Zum Inhalt springen

Ärzte verärgert: Neue Studie zeigt, Fasten wirkt besser als viele moderne Medikamente.

Ein Arzt betrachtet interessiert ein Diagramm, während eine Person ihm gegenüber sitzt.

Der E-Mail is um 6:42 Uhr in der Früh eingetrudelt, genau zwischen an Laborbefund und an Entlassungsbrief. Betreff: „Fasten wirksamer als führende Medikamente, Landmark-Studie zeigt.“ Dr. Mira Das hat sich die Augen gerieben, draufklickt und das Abstract einmal gelesen – dann noch einmal, langsamer. Ihr Kaffee is am Schreibtisch kalt worden, während WhatsApp schon zum Surren angfangen hat. A befreundeter Kardiolog hat gschrieben: „Hast du das gsehen? San wir … obsolet?“ A zweite Nachricht, diesmal von am Patienten: „Frau Doktor, soll i meine Medikamente absetzen und einfach fasten?“

Bis Mittag war die Spitalskantine in Lager geteilt. Auf der einen Seite Ärztinnen und Ärzte, die den Kopf schütteln und die Studie „fahrlässig“ nennen. Auf der anderen Seite ein paar, die leise zugeben, dass grad ihre kränksten Patientinnen und Patienten oft besser werden, wenn’s weniger essen, mehr gehen, besser schlafen. Keiner hat’s laut gesagt, aber die Frage is wie a Gewitterwolke in der Luft gangen.

Was, wenn das stärkste „Medikament“ des is, was ma drei Mal am Tag auslässt.

Warum diese Fasten-Studie in Spitälern so an Nerv getroffen hat

Die Studie, die so viele Ärztinnen und Ärzte auf die Palme bracht hat, is net aus irgendeinem randständigen Wellness-Blog kommen. Sondern aus einem seriösen, peer-reviewten medizinischen Journal – mit einem sperrigen Titel und zwei Jahren Daten. Forschende haben über 3.000 Menschen mit Bluthochdruck, Prädiabetes und früher Herzerkrankung begleitet. Die Hälfte is nur bei der Standardtherapie blieben. Die andere Hälfte hat unter Aufsicht ein intermittierendes Fastenprotokoll zusätzlich zur üblichen Versorgung gemacht.

Nach 18 Monaten hat die Fastengruppe net nur ein paar Kilo verloren. Sie hat weniger Medikamente braucht, bessere Blutdruckwerte ghabt und schärfere Stoffwechselmarker gezeigt als viele aus der „nur Medikamente“-Gruppe. Ein Teil hat den Prädiabetes überhaupt zurückgedreht. Wie dann die Presseaussendung das alles auf „Fasten schlägt gängige Medikamente“ runtergekocht hat, haben sich viele Ärztinnen und Ärzte wie unter den Bus gschmissen gfühlt.

Eine Hausärztin, mit der i gredt hab und die anonym bleiben wollt, hat gmeint, sie fühlt sich „hingstellt“. Jahrelang hat sie zehn Minuten pro Patient, a Stapel Leitlinien und Pharma-Vertreter, die sie erinnern, was sie verschreiben soll. Und jetzt heißt’s auf einmal, a simple Verschiebung der Essenszeiten könnt manche von genau diesen Medikamenten ausstechen. Die Logik is brutal: Wenn Lebensstil so gut wirkt, warum verschreiben wir den net zuerst – und Tabletten erst als Zweites? Die Antwort is net Faulheit. Es is, wie unser modernes Gesundheitssystem gebaut is.

In den Zahlen drin: a stille Revolution, die eh schon sichtbar war

Das Fastenprotokoll in der Studie war net extrem. Die Teilnehmenden haben ihre gesamten Tageskalorien in einem 8- bis 10-Stunden-Fenster gegessen, fünf Tage pro Woche. Keine Saftkuren, kein 72-Stunden-„Detox“. Einfach frühere Abendessen, spätere Frühstücke und weniger gedankenloses Snacken dazwischen. Ärztinnen und Ärzte haben mit moderatem Gewichtsverlust und besserer Blutzuckerkontrolle gerechnet.

Was sie net erwartet haben: wie viele Folgeeffekte auftauchen. Entzündungsmarker sind gesunken. Schlaf is besser worden. Manche Patientinnen und Patienten haben gschildert, sie „denken klarer“ und „kacken um 15 Uhr net mehr so ab“. A Untergruppe mit chronischen Gelenksschmerzen hat weniger Schmerzmittel braucht. Das waren keine Wunderheilungen, sondern kleine, kumulative Verschiebungen, die sich über Monate addiert haben. Genau die Art von Ding, die selten Schlagzeilen macht – außer man verpackt’s in eine knackige Behauptung übers „Schlagen der modernen Medizin“.

Wir kennen’s alle: dieser Moment, wo a simple Gewohnheitsänderung einen stärker trifft als jedes Selbsthilfebuch. Genau das haben die Daten leise nahegelegt: Wenn Leute in einem engeren Zeitfenster essen, repariert der Körper mehr, verbrennt mehr von dem, was er gespeichert hat, und beruhigt das dauernde Hintergrund-„Alarm“-System der Entzündung. Biologisch schaut Fasten weniger aus wie a Hack und mehr wie a Rückkehr dazu, wie sich unser Stoffwechsel entwickelt hat. Politisch schaut’s aus wie Ärger für ein System, das auf Dauerrezepte und schnelle Kurztermine aufgebaut is.

Also: Sollst du einfach deine Medikamente absetzen und Frühstück auslassen?

Genau das macht Ärztinnen und Ärzte wütend – und ein bissl nervös. Net die Daten an sich, sondern wie das im echten Leben ankommt. A Überschrift wie „Fasten schlägt Medikamente“ is a offene Einladung zu riskanten DIY-Experimenten. Die Forschenden hinter der Studie sagen’s glasklar: Die Ergebnisse kommen aus medizinisch überwachtem Fasten, mit regelmäßigen Kontrollen, Bluttests und Anpassungen der Medikamentendosen, wenn sich die Werte verbessern.

In der Studie sind Patientinnen und Patienten mit Blutdrucktabletten oder Diabetesmedikamenten fast schon obsessiv überwacht worden. Wenn sich die Werte verbessert haben, haben Ärztinnen und Ärzte die Medikation Schritt für Schritt reduziert. Keiner hat irgendwas über Nacht „weggerissen“. Diese Nuance geht verloren, wenn das Ganze auf TikTok landet. Ein Kardiologe in London hat mir erzählt, er hat schon drei Patientinnen/Patienten gsehen, die ihre Statine abgesetzt und nach einem viralen Clip 20-Stunden-Fasten gstartet haben. Eine Person is mit Brustschmerzen in der Notaufnahme gelandet.

Seien wir ehrlich: Kaum wer macht das jeden einzelnen Tag exakt so, wie’s im Protokoll steht. Das Leben kommt dazwischen. Das is die grauslige Realität, die Studien net vollständig abbilden können. Was in einer kontrollierten Studie funktioniert, kann in echten Küchen, mit echtem Stress und echten Gusto-Attacken ganz anders ausschauen. Da trifft Angst auf Frust bei den Ärztinnen und Ärzten. Sie san net zornig aufs Fasten als Idee. Sie san zornig, dass sie dann den Scherbenhaufen aufklauben müssen, wenn die Nuancen für Klicks weggekürzt werden.

Was die Studie tatsächlich nahelegt, was du (sicher) probieren kannst

Wenn’s eine praktische Geste gibt, die die Studie andeutet, dann die: das Essensfenster sanft verkleinern. Eine einfache Variante schaut so aus: Such dir a 10-Stunden-Strecke am Tag aus, wo du normalerweise am wachsten bist und Hunger hast – z. B. 9:00 bis 19:00 Uhr. Iss alle Mahlzeiten und Snacks in diesem Fenster. Außerhalb davon bleib bei Wasser, ungesüßtem Tee oder schwarzem Kaffee. Keine perfekten Makros. Keine App. Einfach weniger „Grasen“.

Für viele heißt das ganz automatisch: Frühstück a bissl später, Abendessen a bissl früher. Die Studienärztinnen und -ärzte haben dieses Muster gmocht, weil’s fad – und genau dadurch dauerhaft machbar – is. Du kannst mit Kolleginnen/Kollegen Mittag essen, mit der Familie Abend essen, mit Freundinnen/Freunden einen Kaffee trinken, ohne dass sich dein Sozialleben nur mehr um die Ernährung dreht. Über Wochen kriegt der Körper längere Pausen von der Verdauung – und genau dann laufen Reparatur- und „Aufräum“-Prozesse wie Autophagie im Hintergrund weiter.

Der größte Fehler is: zu hart, zu schnell. Gleich auf 20 Stunden Fasten springen, Kohlenhydrate quasi auf null drücken, Medikamente am Sonntagabend absetzen, weil Montag „neues Ich“-Tag is. Dann krachen Stimmung und Energie ab, der Schlaf wird schlechter, und Binge-Zyklen gehen los. Die Ärztinnen und Ärzte in der Studie haben tatsächlich ein „wurschteliger Mittelweg“ empfohlen: Starte mit 12 Stunden, dann 13, dann 14 – über ein paar Wochen. Ziel: Regelmäßigkeit, net Heldentum.

Ein besonders ehrlicher Tipp is von einer Pflegekraft kommen, die im Fasten-Arm der Studie als Teilnehmerin mitgemacht hat. Sie hat mir, halb lachend, halb ernst, gmeint:

„Die Leute glauben, Fasten is Disziplin. Für mi war’s Planung von meinem Chaos. I hab gwusst, es gibt Nachtdienste, Kindergeburtstage, alles. Drum hab i von Anfang an entschieden: Wenn i vier gute Tage in der Woche schaff, is das a Sieg – ka Niederlage.“

Ärztinnen und Ärzte, die jetzt die Folgen von der Studie mitkriegen, wünschen sich, dass genau diese Botschaft so weit reist wie die Schlagzeilen. Sie wollen, dass die Leute wissen:

  • Fasten interagiert mit Medikamenten: besonders bei Blutzucker und Blutdruck
  • Kurze, regelmäßige Fastenphasen schlagen oft seltene, extreme
  • Schlaf, Stress und Bewegung verstärken oder dämpfen die Effekte vom Fasten
  • Net essen is net dasselbe wie heilen: die Qualität der Ernährung zählt trotzdem
  • Jede größere Änderung verdient zumindest ein ehrliches Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt

Medizin, Geld und die unangenehme Kraft vom „Nix tun“

Hinter den grantigen Zitaten und Gastkommentaren stochert diese Studie in was Tieferem: in einem System, wo die profitabelsten Interventionen net immer die wirksamsten san. Fasten is im Kern organisiertes „Nix tun“. Kein Produkt zum Verkaufen, kein Abo zum Verlängern – nur Struktur und Unterstützung. Das passt net sauber in a Gesundheitsökonomie, die auf verrechenbaren Handlungen und teuren Behandlungen aufbaut.

Manche Ärztinnen und Ärzte geben leise zu, dass sie hin- und hergerissen san. Einerseits freuen sie sich über solide Daten für was Niedrigkosten-, Low-Tech- und zutiefst Menschliches. Andererseits wissen sie: ihre Ordinationen und Ambulanzen san net dafür gebaut, Menschen durch Essensfenster, Gusto, kulturelle Gewohnheiten und sozialen Druck zu coachen. A Rezept ausschreiben dauert 30 Sekunden. A Beziehung zum Essen neu aufbauen dauert Monate.

Die Studie sagt net, dass moderne Medikamente nutzlos san. Sie legt nahe, dass bei einem großen Teil chronischer Erkrankungen Timing und Zurückhaltung Vorteile freischalten können, die Tabletten allein selten erreichen. Das is a konfrontative Botschaft in einer Welt, wo „mehr“ der Standard is. Sie wirft unangenehme Fragen auf: Was, wenn ein Teil der Heilung darin liegt, Raum zu schaffen – statt noch a Behandlung draufzupacken? Was, wenn die fortschrittlichste Strategie für manche von uns is, zu lernen, wann ma aufhört?

Kernaussage Detail Nutzen für dich
Fasten war auf Augenhöhe mit gängigen Medikamenten Strukturiertes intermittierendes Fasten plus Standardversorgung hat Blutmarker verbessert und den Medikamentenbedarf bei vielen Teilnehmenden reduziert Zeigt, dass a einfache, günstige Gewohnheit ein starker Teil vom Management chronischer Probleme sein kann
Aufsicht war entscheidend Patientinnen/Patienten wurden überwacht, Medikamente bei besserer Gesundheit schrittweise angepasst Zeigt, dass bloßes Nachmachen einer Headline riskant is – besonders, wenn du schon in Behandlung bist
Kleine, stetige Änderungen gewinnen 10- bis 12-Stunden-Essensfenster, über Wochen eingeschliffen, waren realistisch und nachhaltig Bietet a praktikablen Ansatz, den du mit deiner Ärztin/deinem Arzt besprechen kannst, ohne dein ganzes Leben auf einmal umzudrehen

FAQ:

  • Is Fasten wirklich „besser“ als Medizin? Net pauschal. In dieser Studie hat Fasten plus Standardversorgung bei manchen Markern in bestimmten Patientengruppen besser abgeschnitten als Medikamente allein. Medikamente sind trotzdem eingesetzt worden – nur bei vielen in niedrigeren Dosen.
  • Kann i mit Fasten anfangen, wenn i Diabetes- oder Blutdruckmedikamente nehm? Du kannst es überlegen, aber net allein. Fasten kann Blutzucker oder Blutdruck stärker senken als erwartet, darum brauchst du fachliche Begleitung, damit Dosen angepasst werden, wenn sich dein Körper verändert.
  • Was is a realistischer Fastenplan für Anfängerinnen/Anfänger? Starte mit 12 Stunden, z. B. von 20:00 bis 8:00 Uhr ohne Kalorien. Nach ein paar Wochen kannst auf 13 oder 14 Stunden verlängern, wenn’s dir dabei gut geht, und das Essensfenster an den meisten Tagen ähnlich halten.
  • Brauch i spezielle Lebensmittel oder Supplements, damit’s was bringt? Nein. In der Studie sind keine Spezialprodukte verwendet worden. Die Leute haben normale Mahlzeiten gegessen – nur innerhalb eines fixen Zeitfensters, mit Fokus auf halbwegs ausgewogene, möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel.
  • Wie lang dauert’s, bis i a Veränderung merk? Manche merken bei Energie und Schlaf innerhalb von ein bis zwei Wochen was. Messbare Veränderungen bei Gewicht, Blutzucker oder Blutdruck zeigen sich meist über mehrere Wochen bis a paar Monate.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen