Die Kameraleuchte is a volle Stund grün blieben, bevor irgendwer gmerkt hat, dass da James eigentlich gar ned da war. Sei Kasterl im Montag-Stand-up hat perfekt ausgschaut: aufmerksamer Winkel, Bücherregal im Hintergrund, a Pflanz, die vermutlich ihrn eigenen Slack-Channel hat. Sei Chef hat gredt, d’Leit ham gnickt, und James’ Profilbild is eingefroren dagestanden – a Endlosschleifn von scheinbarem Engagement.
Keiner hat was g’sagt. Keiner hat wirklich wollen.
Wie dann endlich wer g’pingt hat, hat er aus’m Supermarkt-Parkplatz zurückgschriebn, außer Atem, und sich für „WLAN-Probleme“ entschuldigt. Alle ham’s wegg’lacht. Und dann san’s wieder zruck zum So-tuan-als-ob.
Remote Work hätt uns eigentlich frei machen solln.
Aber es passiert was anderes.
Wenn der Traum Risse kriegt
Des Erste, was Manager gmerkt ham, war ned weniger Output. Es war d’Stille. Diese zufälligen „Hast kurz a Minute?“ im Gang san verschwunden – und mit ihnen tausend klane Kurskorrekturen, die früher ganz ohne Meetings, Formulare oder „kurzen Sync“ passiert san.
Am Papier hat alles normal ausgschaut. D’Dashboards san grün blieben, d’Reports san rausgangen, Deadlines san meistens g’halten worden. Und trotzdem hat si unter der Oberfläche alles langsamer, schwerer, fragiler angfühlt.
Des Wort, das in 1:1-Gsprüchen immer wieder kumman is: Drift.
A HR-Direktorin, mit der i gredt hab, hat mir a Grafik aufg’macht, die i eigentlich ned sehen hätt solln. Die hat a Drei-Jahres-Kurve von Sales-Conversions bei an mittelgroßen Software-Unternehmen zeigt: 2020 a Peak, 2021 a Plateau, 2022 a Rutschen. Ka Absturz – eher a langsames, stetiges Ausrinnen.
Was hat si in der Zeit am stärksten gändert? Ned s’Produkt. Ned da Markt. Des Team is von drei Tagen im Büro auf an optionalen Tag gangen – und dann still und leise auf komplett remote. Trainingsstunden san stabil blieben, aber Shadowing-Sessions – diese unordentlichen „über die Schulter“-Momente, wo Juniors von Seniors lernen – san um fast 70 % zruckgangen.
„Instinkt kannst ned per Screen-Share übertragen“, hat’s gsagt. Dann hat’s den Tab zua gmacht.
Wennst Mitarbeitende fragst, sagen viele, es geht ihnen super – besser als je zuvor. Ka Pendeln, mehr Kontrolle, weniger Stress. D’Umfragen leuchten vor selbstberichteter „Produktivität“. Aber wenn Firmen auf Output pro Kopf schauen, Fehlerquoten, Time-to-Ship oder wie lang a einfache Entscheidung dauert, sehn’s a andere G’schicht.
S’Gfühl: Arbeit dehnt si aus und frisst den ganzen Tag. Aufgaben, die früher in fünf Minuten am Schreibtisch von wem anderen erledigt warn, werden jetzt zu 30-Nachrichten-Slack-Threads und zwoa Zoom-Calls.
Remote Work hat Produktivität ned über Nacht kaputt gmacht. Es hat’s langsam ausgedünnt.
Womit die Chefs eigentlich recht ghabt ham
Die Chefs, die gegen Remote Work gkämpft ham, warn selten ehrlich, warum. S’Wort „Kultur“ und „Serendipity“ ham’s gern verwendet, aber viele ham eigentlich Angst ghabt, Kontrolle zu verlieren. Der Schmäh is: A paar von ihre schlimmsten Prophezeiungen san wahr worden – aus Gründen, die’s selber ned ganz verstanden ham.
Sie ham gmeint, d’Leit werden weniger hackln. Was in vielen Teams passiert is, war schlimmer: d’Leit ham mehr g’hacklt, aber weniger effektiv. Lange Tage, ständige Pings, flacher Fokus. A busy Nebel statt klare, kurze Leistungsschübe.
Des Büro hat früher a Haufen unsichtbare Koordinationsarbeit erledigt. Des kannst mit Screens ned komplett ersetzen.
Denk an des letzte Mal, wo du remote was launchen wolltest und mehr als fünf Leit beteiligt warn. Wahrscheinlich hast die halbe Woche damit verbracht, Kalender abzugleichen, Kommentare zu klären, Kontext zum dritten Mal zu erklären, weil wer einen wichtigen Nachrichten-Thread verpasst hat.
Und jetzt stell da des gleiche Projekt in an gscheiden Büro vor. Du holst zwoa Leit zum Whiteboard, winkst a dritte dazu, wie’s grad vorbeigeht, und bis zum Mittag habt’s an groben Plan. Unordentlich, laut, a bissl chaotisch – ja. Aber schnell.
Remote wird aus jeder Mikro-Entscheidung a Mini-Prozess. Multiplizier des mit hunderten pro Monat über a ganze Firma – und der Reibungsverlust summiert si.
Dazu kummt: Ned jeder hat daheim des gleiche Setup oder die gleiche Disziplin. Manche ham a ruhiges Zimmer und a stabile Routine. Andere jonglieren Kinder, an lauten Mitbewohner oder an Küchentisch-Arbeitsplatz, der zwoamol am Tag auftaucht und wieder verschwindet.
Die Lückn zwischen den wenigen, die si super selber managen, und den vielen, die straucheln, wird hinter geschlossenen Türen größer. Wenn ma ned physisch am selben Ort is, is es schwerer für Führungskräfte zu spüren, wer grad leise absauft. Also gibt’s mehr Check-ins, mehr Reports, mehr Tools.
Seien ma ehrlich: Des macht keiner wirklich jeden einzelnen Tag.
Was funktioniert jetzt wirklich?
Die Teams, die diesen Produktivitätsknick halbwegs überleben, machen was ziemlich Einfaches: Sie haben Struktur wieder eingeführt, ohne so zu tun, als war ma wieder 2019. Ned Überwachung. Ned Zeit-Tracker, die in der Ecke blinken. Struktur.
Klare „On“-Zeiten. Gemeinsame Fokus-Blöcke, wo Nachrichten pausieren – außer es brennt wirklich. Schnelle Entscheidungsregeln: wer entscheidet, bis wann, mit wie wenig Hin-und-her wie möglich.
Sie benennen Arbeit, die echte Echtzeit-Reibung braucht – Brainstorming, Debugging, sensibles Feedback – und planen die in kurze, dichte Sessions mit Kamera an. Der Rest wandert in ruhige, dokumentierte, asynchrone Arbeit.
Der Fehler, den viele Firmen gmacht ham: zu glauben, remote heißt „alles kann async sein“. Des klingt modern, is aber bei komplexer Arbeit a Fantasie. A g’spannte Kundencall oder a kaputte Funktion bringst ned nur über Kommentar-Threads und Tickets wieder ins Lot.
Auf der anderen Seit ham manche Manager überreagiert und ham die komplette Büro-Routine in Zoom eini’zerrt: ganztägige Video-Marathons, verpflichtende „Anwesenheit“, Kamera immer an. Des killt Energie schneller als jedes Pendeln es je könnt.
Wir kennen’s alle: der Moment, wo du auf dein eigenes kleines G’sicht in der Bildschirm-Ecke starrst und spürst, wie da Wille zum Mitreden einfach ausrinnt.
Die g’scheite Mitte schaut meistens so aus:
„Nutzts des Büro – physisch oder virtuell – wie a Werkzeug, ned wie a Religion“, hat mir a Product Lead g’sagt. „Fragt’s: Bei welchen Momenten bringt’s wirklich was, wenn ma live z’samm san? Macht’s genau des bewusst. Und alles andere lasst’s atmen.“
- Legt eure „z’samm“-Momente fest
Brainstorms, Kick-offs, Krisenlösen und Performance-Gspräche g’hörn in Echtzeit, mit Kamera an und Ablenkungen aus. - Schützt Tiefenarbeits-Fenster
Sperrt 2–3 Stunden, wo Nachrichten pausieren und Meetings tabu san. Behandelt’s die Zeit so ernst wie an Kundentermin. - Erst schreiben, dann reden
Teilt vor jedem großen Meeting a kurzes schriftliches Briefing. Lasst die Leit zuerst in Ruah reagieren, dann nutzt’s die Live-Zeit zum Diskutieren und Entscheiden. - Gang-Gspräche gezielt wieder aufbauen
Kurze Kaffee-Calls ohne Agenda oder Büro-Tage ein- bis zwoamol im Monat halten schwache Verbindungen lebendig, ohne tägliche Präsenz zu erzwingen. - Nehmts nur ein paar Tools und bleibt’s wirklich dabei
Jede zusätzliche Plattform zerlegt Aufmerksamkeit. Weniger Tools, richtig genutzt, schlagen an lauten Tech-Stack jedes Mal.
Wo uns des hinführt
Remote Work geht nimma weg – und genauso wenig die Daten, die zeigen, dass viele Teams mit mehr Aufwand weniger weiterbringen. Beides kann gleichzeitig stimmen. Der Fehler is, so zu tun, als gäb’s nur die Auswahl zwischen Voll-Büro oder totaler Freiheit.
Die Chefs ham in einem unangenehmen Punkt recht ghabt: Wenn remote einfach im Autopilot rennt, frisst es langsam Produktivität. Ned weil d’Leit faul san, sondern weil Arbeit sozial is, unordentlich, und voll von klanen Signalen, die über Pixel schlecht reisen.
Die echte Trennlinie is nimma zwischen Remote- und Büro-Firmen. Sondern zwischen denen, die bereit san, Arbeit neu zu designen – bis hin zu wer mit wem, wann und wofür redt – und denen, die immer noch hoffen, dass Slack magisch an Gang ersetzt.
Manche Teams werden leise weiter driften, Screens immer an, Impact langsam am Verblassen. Andere nehmen’s als harten Neustart und bauen neue Rituale, neue Rhythmen, vielleicht sogar neue Arten von Büros.
Auf welcher Seit euer Team landet, entscheidet ka Policy-Slide-Deck.
Man sieht’s daran, was am End wirklich fertig wird.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für die Leser:innen |
|---|---|---|
| Hybride Struktur schlägt Extreme | Absichtliche Live-Momente mit geschützter Deep-Work-Zeit mischen | Konkretes Modell, um Burnout zu reduzieren und Fokus z’ruckzuholen |
| Büros ham unsichtbare Arbeit erledigt | Mikro-Abstimmung, Mentoring und schnelle Entscheidungen | Erklärt, warum komplett remote oft langsamer und fragiler wirkt |
| Neu designen statt verklären | Von vibe-getriebenem Remote zu klaren Regeln, Tools und Rhythmen | Fahrplan, um Produktivität zu verbessern, ohne Flexibilität aufzugeben |
FAQ:
- Is Remote Work immer schlechter für Produktivität?
Ned immer. Einzelpersonen mit klaren, allein machbaren Aufgaben blühen oft remote auf. Probleme tauchen meistens dort auf, wo’s cross-funktional is und schnelles Hin-und-her, Mentoring und gemeinsamer Kontext gebraucht werden.- Nehmen Chefs „Produktivität“ nur als Ausrede, um uns zruck ins Büro zu zerren?
Manche schon. Andere reagieren auf echte Zahlen: langsamere Lieferung, mehr Nacharbeit und Entscheidungs-Lähmung. Entscheidend is, nach Daten zu fragen – ned nur nach Nostalgie.- Kann a komplett remote Firma wirklich high-performing sein?
Ja, aber des braucht starke Investitionen in Dokumentation, bewusste Kommunikationsregeln und gute Führungskräfte. Die, die’s schaffen, behandeln remote als Design-Aufgabe, ned als Benefit.- Was is a einfache Änderung, die mein Team nächste Woche probieren kann?
Testet zwoa gemeinsame Deep-Work-Blöcke ohne Meetings und mit eingeschränktem Messaging plus a kurze, straffe Kollaborations-Session mit Kamera an. Dann ehrlich auswerten, was sich anders angfühlt hat.- Heißt des, wir müssen alle wieder Vollzeit ins Büro?
Na. Es heißt nur: „Remote ohne Regeln“ zeigt Risse. A g’scheiter Mix – ein paar persönliche Momente und ein paar strenge Remote-Gewohnheiten – dort hin steuern viele Teams grad leise.
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