Der E-Mail is an an regnerischen Dienstag nochmittag eingetrudelt – so a grauer Tag, an dem Studierende normalerweise mehr an an haaßen Kaffee denken als an Unipolitik. Trotzdem: Innerhalb von ana Stund san die Campus-Gruppen-Chats explodiert. Screenshots san umadumgflogn: a neuer „global diversity intake“-Weg, der reservierte Plätze und eigene Stipendien für „internationales Talent“ verspricht. Viele ham zwischen die Zeilen glesen. Wenn jetzt manche Plätze fix reserviert san – wer verliert dann seine?
Auf der oanen Seit: a Welle an Wut von lokalen Bewerber*innen, die jahrelang auf Top-Noten hingearbeitet ham. Auf der andern: stolze Posts auf den Uni-Socials über „globale Exzellenz“ und „grenzenlose Bildung“. Der Abstand zwischen Marketing und der Stimmung am Boden hat brutal g’wirkt.
Am Abend is dann a handgschriebene Transparent vor’m Verwaltungsgebäude ghängt: „Diversity für wen?“
Wer hat’s gfilmt.
Und genau da hat die G’schicht erst so richtig angfangen.
Wenn „global“ si anfühlt wie „du bist ned willkommen“
Gehst über an modernen Campus, siehst die Story in Echtzeit: Banner in zehn Sprachen, lachende G’sichter aus fünf Kontinenten, Broschüren, die ausschauen wie Fluglinien-Werbung. Die Botschaft is klar: Des is international.
Für viele lokale Studierende hat dieser Marketing-Glanz aber a kalte Unterseit. Sie scrollen durch’s Uni-Instagram und zählen, wie viele Posts „internationale Ankünfte“ feiern – gegenüber dem kleinen, müden Hinweis auf Kürzungen bei der Inlandsförderung. Sie hören Professorinnen von diversen Perspektiven schwärmen und hören dann Freundinnen sagen: „Mei kleiner Bruder is ned aufgenommen worn. Seine Noten warn besser als meine.“
Wenn Diversität zur Marke wird statt zu am gemeinsamen Projekt, spürt man des im Bauch. Ned als Statistik. Sondern als leises Gefühl, dass ma in da eigenen Heimatstadt hinten angestellt wird.
Fragst in Ländern wie UK, Kanada oder Australien herum, hörst dieselbe G’schicht in anderen Akzenten. An ana mittelgroßen Uni ham geleakte Zahlen zeigt, dass in manchen BWL- und Technikstudien mittlerweile über 40 % der Studierenden aus dem Ausland san – bei internationalen Gebühren, die dreimal so hoch san wie die lokalen.
Da Vater von am lokalen Bewerber hat gschildert, wie er jeden Tag das Aufnahmeportal aktualisiert hat – nur damit dann a Absage kommt, während die Uni in ana Presseaussendung a „Rekordjahr bei globaler Rekrutierung“ feiert. Auf TikTok hat a Clip, der überfüllte internationale Orientation-Events mit ana eher stillen lokalen Willkommensrunde vergleicht, hunderttausende Views gholt.
Die Caption war simpel: „Wennst mehr zahlst, kriagst mehr.“ Des hat weh tan, weil viele eh scho glaubt ham, dass des die nackte Wahrheit is.
Unis erzählen natürlich ihre Version. Sie reden von schrumpfender öffentlicher Finanzierung, vom Druck, in internationalen Rankings aufzusteigen, vom Zwang „global zu konkurrieren“. Sie erinnern dran, dass internationale Studierende lokale Wirtschaft unterstützen, frische Perspektiven bringen und manchmal Lehrveranstaltungen füllen, die sonst zusperren würden.
Des kann alles stimmen. Aber für an Teenager, der fünf Minuten vom Campus aufgwachsen is, gsehn hat, wie sein Ort langsam Chancen verliert, und dann a Absage kriegt – während die gleiche Institution mit Rekordzahlen aus Übersee prahlt – wirken diese Erklärungen abstrakt.
Die Spannung sitzt genau in dem Spalt: Zwischen ana Institution, die überleben und wachsen will, und ana Community, die sich still fragt, wann aus „Überleben“ des Zur-Seite-Schieben von genau denen wordn is, die die Uni mit ihre Steuern finanzieren.
Wie Unis aufhören könnten, Öl ins Feuer zu gießen
Es gibt an Weg, global zu rekrutieren, ohne die Lokalen zu demütigen. Der erste Schritt is schmerzhaft einfach: mit de Leit reden, als wär’n’s Erwachsene. Wenn a Uni entscheidet, Plätze für ausländische Studierende zu reservieren oder die Zahl stark zu erhöhen, könnt’s die Trade-offs klar offenlegen.
Heißt: Aufnahme-Statistiken nebeneinander veröffentlichen. Sagen, wie viele Plätze an Locals gehen, wie viele an internationale Studierende – und warum. Erklären, wofür die zusätzlichen Gebühren aus dem Ausland tatsächlich verwendet werden. Zahlen zeigen, ned nur die glänzenden Erfolgsg’schichten von internationalen Studierenden.
Wenn die Leit die Regeln verstehen, san’s vielleicht trotzdem grantig – aber sie fühlen sich weniger betrogen. Schweigen is des, was in den Köpfen die schlimmsten G’schichten wachsen lässt.
Viele Unis tappn in dieselbe Falle: Sie pushen die Diversity-Erzählung hart, vergessen aber, dass Diversität bei der Eingangstür anfängt. Ned nur wen ma einladet, sondern wie. Locals sehen Spezial-Willkommenswochen, eigenes Wohnen, maßgeschneiderte Unterstützung für internationale Studierende – während das eigene Beratungsbüro ausgebucht, unterbesetzt und überfordert is.
Dieser Kontrast triggert Ressentiments schneller als jeder Leitartikel in der Studierendenzeitung. Und wennst dir schon mal dacht hast „Warum reagieren die Leit da so heftig?“, dann denk dran: Für manche Familien is die Uni die größte finanzielle und emotionale Wette ihres Lebens.
Wir kennen’s eh: der Moment, wo ma merkt, dass a Spiel nach Regeln gspielt wird, die einem nie wer erklärt hat. Wut überdeckt oft das Gefühl, dass ma zum Narren ghalten worden is.
Unis, die des besser machen, halten sich meist an ein paar bodenständige Prinzipien. Ein Policy-Experte hat’s mir so gesagt:
„Diversität funktioniert nur, wenn die Leit spüren, dass sie selber mitgemeint san. Sobald Locals glauben, ‚diversity‘ heißt ‚ned du‘, hast den Raum verloren.“
So schaun diese besseren Praktiken in der Realität oft aus:
- Transparente Aufnahme-Bänder/Quoten für lokale und internationale Bewerber*innen, jedes Jahr veröffentlicht.
- Fixierung von am Mindestanteil an Plätzen für Locals in Schlüsselstudien, besonders dort, wo der Beruf der Community dient (Medizin, Lehramt, Soziale Arbeit).
- Einen klaren Anteil der höheren internationalen Gebühren nutzen, um Stipendien und Unterstützung für benachteiligte lokale Studierende zu finanzieren.
- Marketing ausbalancieren: Für jeden Post über „globales Talent“ a Story über First-Generation-Studierende oder lokale Studierende aus einkommensarmen Haushalten, die erfolgreich sind.
- Gemeinsame Orientierungsveranstaltungen statt Parallelwelten, damit Locals und Internationale sich am ersten Tag wirklich kennenlernen.
Hand aufs Herz: Kaum wer liest a 40-seitiges Diversity-Strategie-PDF. Was man spürt, Tag für Tag, is, ob der Campus auch einem selber g’hört.
A Debatte, die größer is als a einzelner Aufnahmejahrgang
Hinter dem G’schrei über „Ausländer nehmen Plätze weg“ und „engstirnige Locals“ steckt a viel tiefere Frage: Wofür is a öffentliche Uni da? Is sie a globales Business, das zufällig in deiner Stadt sitzt – oder a zivilgesellschaftliche Institution, die nebenbei auch auf der Weltbühne spielt?
Für manche Studierende war Diversität lebensverändernd: Kolleginnen kennenlernen aus Orten, die ma davor nur von Google Maps kennt, Gruppenarbeiten um 2 Uhr früh mit fünf vertretenen Zeitzonen, Freundschaften, die Grenzen überleben. Für andere hat sich derselbe Trend wie a Tür angefühlt, die langsam zugeht – für jüngere Geschwister, Cousins, Nachbarinnen.
Beides kann gleichzeitig wahr sein. Des is das ungute, menschliche Mittelfeld, über das keiner gern redet, weil’s in kan Protest-Slogan und in ka Branding-Kampagne passt. Genau dort liegt aber die eigentliche Arbeit.
Wenn Unis Transparenz und Fairness genauso ernst nehmen wie Rekrutierungsziele, kühlt sich die Wut ab. Ned über Nacht, ned perfekt. Aber genug, dass Studierende aufhören, einander als Konkurrenz von „hier“ und „dort“ zu sehen – und anfangen zu erkennen, dass eh alle im selben unperfekten System stecken und versuchen, a Zukunft aufzubauen, die weniger brüchig wirkt als die Gegenwart.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für Leser*innen |
|---|---|---|
| Warum sich Locals an den Rand gedrängt fühlen | Wachsende internationale Aufnahmen, höhere Gebühren und jubelndes Marketing prallen auf stagnierende oder schrumpfende lokale Chancen | Hilft zu verstehen, woher die Wut kommt – jenseits von simplen „anti-ausländisch“-Erzählungen |
| Was Unis verfolgen | Budgetlöcher, Rankings und globaler Wettbewerb drängen Institutionen dazu, zahlende internationale Studierende zu priorisieren | Gibt Kontext für Entscheidungen, die von außen kalt oder unfair wirken können |
| Wie’s besser funktionieren könnt | Transparente Quoten, geteilte Finanzierung und ausbalancierte Unterstützung können globale Diversität mit lokalem Vertrauen verbinden | Liefert konkrete Hebel, die ma am eigenen Campus einfordern, diskutieren oder durchsetzen kann |
FAQ:
- Frage 1 Geben Unis wirklich ausländischen Studierenden Vorrang vor Locals?
- Antwort 1 In vielen Systemen san internationale Studierende formal ned „weiter vorne“ in da Schlange, aber sie werden aktiv umworben, weil sie höhere Gebühren zahlen und globale Kennzahlen verbessern. Dieser finanzielle Anreiz kann verändern, wen man am stärksten rekrutiert und welche Studien ausgebaut werden – darum fühlen sich Locals oft an den Rand gedrängt, auch wenn die Regeln am Papier neutral ausschauen.
- Frage 2 Sind internationale Studierende schuld dran, dass Locals keinen Studienplatz kriegen?
- Antwort 2 Manchmal ja, manchmal ned direkt. Manche Studien haben fixe Obergrenzen; mehr internationale Plätze können dann weniger für Locals bedeuten. In anderen Fällen werden zusätzliche internationale Plätze geschaffen, um Geld reinzubringen. Das Verlustgefühl is am stärksten, wenn beliebte, zugangsbeschränkte Studien plötzlich stark mehr Übersee-Aufnahmen haben – ohne klare lokale Absicherungen.
- Frage 3 Is Diversität am Campus ned a gute Sache?
- Antwort 3 Die meisten Studierenden und Mitarbeitenden finden, dass gemischte Lehrveranstaltungen reicher und kreativer san. Der Konflikt beginnt, wenn „Diversität“ als Schutzschild für finanzielle Entscheidungen herhalten muss, die für lokale Communities unfair wirken. Diversität funktioniert am besten, wenn sie geteilt, transparent is und sich ned wie etwas anfühlt, das über Menschen drübergestülpt wird, sondern mit ihnen gemeinsam passiert.
- Frage 4 Wie könnt a fairerer Aufnahmezugang ausschauen?
- Antwort 4 Ein faireres System könnt klare Mindestanteile an Plätzen für Locals in Schlüsselprogrammen enthalten, veröffentlichte Aufnahmeschwellen, gemeinsame Welcome-Programme und die Verwendung von einem Teil der internationalen Gebühren, um den Zugang für unterrepräsentierte lokale Studierende auszubauen. Nix davon is Magie – aber es sendet a Signal: „Wir san global, und du g’hörst trotzdem da her.“
- Frage 5 Was können Studierende oder Eltern überhaupt dagegen tun?
- Antwort 5 Die Leit ham mehr Hebel, als ma glaubt. Ma kann detaillierte Aufnahme-Daten verlangen, Studierendenvertretungen drängen, für transparente Quoten zu kampagnisieren, Politiker*innen zur Finanzierung befragen, die Unis in Richtung Auslandsgebühren treibt, und echte G’schichten teilen statt Gerüchte. Veränderung geht langsam, aber öffentlicher Druck is eine der wenigen Sachen, auf die Institutionen immer noch reagieren.
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