Die Schulglockn war grad erst aus, wie in da Gangzone von da Columbus High School auf amoi überall Handys vibriert ham. Ned wegen Klatsch oder am viralen Tanz, sondern wegen am körnigen Foto von am Whiteboard, vollgschmiert mit Dreiecken, Pfeilen und drei wackligen Worten in blauem Marker: „PYTHAGORAS WAS WRONG.“
Aufm Bild steh’n zwoa amerikanische Teenager a bissl unbeholfen am Rand von da Tafel – halb stolz, halb panisch – während ihr Mathelehrer si mit beiden Händ am Schädel hält und ungläubig lacht.
A antiker griechischer Satz, a einschläfernde Geometriestund, und auf amoi glaubt’s Internet, zwoa Kids aus Ohio hätt’n grad die Mathematik gsprengt.
Und was, wenn’s Allerverrückteste is, dass manche Wissenschafter des tatsächlich ernst nehmen?
Wenn a Klassen-Challenge in d’Wissenschaft einischwappt
Es hat angfangt wie so vü jugendliche Gschichtln: mit Langeweil.
Aane von de Schüler*innen, die 17-jährige Maya, hat später ana lokalen TV-Crew g’sagt, sie war „müde, Formeln auswendig zu lernen, die tote Leit erfunden ham“. Ihr Freund Liam, Kapitän vom Matheteam, aber angezogen wie a Skater, hat gschmähführt, wenn da Pythagoras so gscheit war, dann warat er heut no auf TikTok am Trenden.
Da Lehrer hat am Dienstag-Nachmittag a Wette aufglegt: „Wenn’s ihr den Satz vom Pythagoras auf wirklich neue Art beweisen könnt’s, kriegt’s automatisch a Eins.“ D’Tafel is voll worn. D’Glockn hat g’läutet.
Ka Mensch hat erwartet, was drei Tog später kummt.
Bis Freitag warn de zwoa Teenager nach da Schul wieder do – diesmal mit Kaffee, ausdruckten Notizen und leicht zitternden Händ.
Sie ham ned versucht, „zu widerlegen“, dass a² + b² = c² für rechtwinklige Dreiecke gilt. Des hat eh passt. Stattdessen ham’s behauptet: Unter ana bestimmten Art von verzerrter Geometrie – so a Zeugs, wia’s in da fortgschrittenen Physik und in gekrümmten Räumen vorkummt – fangt da Pythagoras leise zum Bröckeln an.
D’Idee war in da Hoch-Mathematik ned komplett neu, aber ihr Weg dorthin war’s. Sie ham’s von Null aufbaut – mit Werkzeug aus ana normalen Algebra und a bissl selbstbeigebrachtem Calculus von YouTube.
Da Lehrer hat des Ganze mit’m Handy gfilmt. Und genau des schiafe, a bissl verwackelte Video is dann explodiert.
Innerhalb von 48 Stunden is da Clip von ana lokalen Facebook-Gruppe auf Reddit g’hupft, dann auf X und TikTok.
A Schlagzeile hat’s komplett schief aufzoagn: „Amerikanische Teenager widerlegen Pythagoras.“ Mathe-Leit ham mit de Augn gerollt. Manche warn empört, andere neugierig, a paar heimlich beeindruckt.
Auf da oan Seit: seriöse Forscher, die g’sagt ham, nix davon macht die euklidische Geometrie ungültig. Auf da andern: Wissenschaftskommunikator*innen, die erklärt ham, dass die Kids im Grunde neu entdeckt ham, wia si da Pythagoras verbiegt, wenn si da Raum söba verbiegt – a Konzept, des in da Relativitätstheorie auftaucht.
Und dazwischen? Millionen Leit, die seit da neunten Schulstuf nimmer über Dreiecke nachdacht ham, und auf amoi streitens in de Kommentarspalten über Mathe.
Wie zwoa Teenager an staubigen Satz in a Live-Granatn verwandelt ham
Da Kern von ihrem Ansatz war fast erschreckend einfach.
Sie ham mit’m klassischen rechtwinkligen Dreieck angfangt und dann a Frog gstellt, die in de Schulbücher praktisch nie vorkummt: „Was, wenn da Raum rund um des Dreieck ned flach is?“
Mit am handgzeichneten Gitter ham’s die „Länge“ von jedem Schritt entlang ana Achse verändert – gstreckt und zammgdrückt wie a Gummiband. In dem verzerrten Gitter hat si die „grade“ Linie nimma so verhalten, wie’s da Pythagoras verspricht.
Indem’s de Verzerrungen mit ana selbstzammgebastelten Formel nachverfolgt ham, ham’s gzeigt, dass des berühmte a² + b² in ihrem Fake-Universum nimma c² ergibt.
Ihre Aussage war ned, dass da Pythagoras „scheitert“, sondern dass er in ana strengeren Welt daham war als jener, die unsre Physikbücher heut beschreiben.
Dann is da Moment kummt, der’s Internet erst recht in Brand gsetzt hat.
Wer hat ausg’graben, dass 2023 zwoa Teenager aus New Orleans bei ana regionalen Mathe-Konferenz an neuartigen Beweis vom Satz vom Pythagoras mit Trigonometrie präsentiert ham. Artikel ham damals schon gschrien: „Teenager lösen 2000 Jahre altes Problem!“, bevor Expert*innen des wieder grad’ruckt ham.
Die Leit ham die zwoa Gschichtn zammgmixt: zuerst „lösen“ Junge den Pythagoras, dann „brechen“ eam andere. Bald ham Posts von ana kompletten mathematischen Revolution unter amerikanischen High-School-Schüler*innen gredt.
Wurscht, dass Details schwammig warn oder dass einiges schlicht falsch war – die Idee war berauschend: a Genie im Hoodie, des Unantastbare neu schreibt.
Hinterm Hype ham Mathematikerinnen versucht, z’sortieren, was da wirklich lauft.
Manche ham drauf hing’wiesen, dass die Idee von *nichteuklidischer Geometrie** – wo da Pythagoras ned immer gilt – seit’m 19. Jahrhundert existiert. Des is die Mathematik hinter da Allgemeinen Relativität, GPS-Satelliten und dem, wie ma gekrümmte Flächen wie die Erd abbildet.
Trotzdem ham die Teenager was leise Starkes gschafft: Sie ham die abstrakte Welt mit Werkzeug und Sprach überbrückt, der a fortgschrittener High-School-Schüler prinzipiell folgen könnt. Sie ham den Pythagoras ned zerstört – eher vom Marmorsockel runtergholt.
Hand aufs Herz: Ka Mensch überprüft nach da Prüfung noch die Fundamente von dem, was er in da neunten Schulstuf glernt hat.
Die Kids ham’s gmacht – und genau des hat der Erwachsenenwelt am meisten weh tan.
Was der virale „Beweis“ über unser Lernen – und unser Zweifeln – verrät
Wenn ma den viralen Lärm wegstreift, schaut des, was die Teenager wirklich gmacht ham, aus wie a Methode, die jede*r ausborgen kann.
Sie ham mit ana „heiligen“ Regel angfangt und dann sanft an de Ränder druckt, statt frontal draufzhaun. Schritt 1: alle Voraussetzungen auflisten, unter denen ma annimmt, dass da Pythagoras funktioniert – rechter Winkel, flacher Raum, grade Linien, Standard-Distanzen.
Schritt 2: genau aane Voraussetzung ändern und die Folgen verfolgen wie a Detektiv, ned wie a Rebell. Sie ham ned versucht, den Satz niederzubrennen. Sie ham eam wie a superpräzises Werkzeug behandelt und gfragt: „Wann hört des Werkzeug auf, gscheit zu funktionieren?“
Der Wechsel – vom Auswendiglernen zum Belastungstest – hat Hausübung in a klanen wissenschaftlichen Aufstand verwandelt. Den, von dem Lehrkräfte insgeheim träumen, aber selten wirklich sehn.
Natürlich mag’s Internet Drama lieber als Nuancen.
Also is aus der Gschicht „Kids beweisen, dass Mathebücher lügen“ worn – und des hat manche Erwachsene schnell defensiv gmacht. Lehrerinnen ham si gfürchtet, dass a Welle von Schülerinnen kummt, die behaupten, jede Formel könnt fake sein. Eltern ham si an ihre eigene Mathe-Angst erinnert und si gfragt, ob’s eh ned immer schon beschummelt worn san.
Wennst je bei ana Schularbeit erstarrt bist und dacht hast: „I pack des nie“, dann kann des Zuschauen, wie zwoa zufällige Teenager den Pythagoras „angreifen“, a komische Mischung aus Bewunderung und Grant auslösen. Gleichzeitig ham vü Leit in de Kommentare was Überraschendes zugeben: Sie hätt’n auf amoi Lust, zu verstehen, was a Theorem eigentlich is – statt nur so zu tun.
Des is der stille Sieg unterm Clickbait.
A Uni-Forscher, der die Arbeit von de Teenager durchgschaut hat, hat’s so ausg’druckt:
„Da Satz is ned kaputt. Was’s gmacht ham – auf ihre eigene holprige und kreative Art – is uns dran zu erinnern, dass jede Regel in da Wissenschaft auf Annahmen sitzt. Ändert si da Boden, dann ändert si aa die Form von da Regel.“
Er hat später an Thread gpostet, was so a viraler Moment uns allen beibringen könnt:
- Mathe is ka eing’frorens Museum; es is a lebendige Sprach, mit der ma Realität beschreibt.
- Teenager san absolut fähig, mit großen Ideen z’spielen – ned nur zum Auswendiglernen.
- Wissenschaftliche „Wahrheiten“ san stabil, aber nie über jede Frog erhaben.
- Social Media wird komplexe Arbeit immer in wilde Schlagzeilen zammpressen.
- Die beste Antwort is ned Spott, sondern Anleitung – damit Neugier schärfer wird.
Sein Post hat nur an Bruchteil von de Views vom Originalvideo kriegt – aber dort ham si vü Wissenschafter*innen still zammg’fundn.
Wenn a 2500 Johr alter Satz auf a Generation trifft, die frog: „Wer sogt des?“
Unterm ganzen Lärm trifft die Gschicht an Nerv, der weit über Dreiecke hinausgeht.
Auf da oan Seit a Welt, die auf stabilen Regeln baut: Gravitation geht nach unten, Formeln funktionieren, die Vergangenheit is fest. Auf da andern a Generation, aufgwachsen mit algorithmischen Feeds, wo „Wahrheit“ trendet, kippt und binnen Stundn wieder verschwindet.
Wenn Teenager a jahrhundertealten Satz sehn, sehn’s ned nur Wissen. Sie sehn a Einladung, z’fragen, wer des für unantastbar erklärt hat – und warum. Des heißt ned, dass’s jedes Mal recht ham, wenn’s dagegenhalten. Es heißt, dass das Dagegenhalten zur Gewohnheit wird – in da Wissenschaft, in da Politik, in da Kultur.
Die Wissenschaftswelt is ned dran gwöhnt, dass ihre „heiligen“ Objekte von am wackligen vertikalen Handyvideo in genau diese Arena zerrt werden.
| Kernpunkt | Detail | Wert für die Leser*innen |
|---|---|---|
| Teenager ham den Pythagoras ned „umgebracht“ | Sie ham erforscht, wo si da Satz in ned-flachen Räumen verbiegt | Mathe wirkt so bedingt – ned mystisch |
| Viraler Hype vs. echte Wissenschaft | Schlagzeilen ham übertrieben, Expert*innen ham nuanciert | Hilft, Wissenschaftsnachrichten kritischer z’lesen |
| Hinterfragen als Skill | Methode: Annahmen auflisten, aane ändern, Folgen verfolgen | Wiederverwendbare Haltung fürs Lernen, Hackn und kritisches Denken |
FAQ:
- Ham diese amerikanischen Teenager den Pythagoras wirklich als falsch bewiesen?
Ned in dem Sinn, dass Schulmathe jetzt „falsch“ wär. Sie ham sichtbar gmacht, dass in gekrümmten oder verzerrten Räumen die klassische Formel a² + b² = c² ned immer gilt – a Sache, die in da fortgschrittenen Geometrie seit über am Jahrhundert bekannt is.- Is des, was i über rechtwinklige Dreiecke glernt hab, trotzdem gültig?
Ja. In da normalen, flachen Geometrie – die, die ma in den meisten Alltagsfäll und bei Prüfungen verwendet – funktioniert da Satz vom Pythagoras exakt so, wie ma’s lernt.- Warum san manche Wissenschafter*innen über die Gschicht grantig?
Ned, weil Teenager neugierig san, sondern weil Medien-Schlagzeilen a Revolution behauptet ham, wo koane war. Des verwischt die Grenz zwischen echten Durchbrüchen und kreativer Schülerarbeit.- Kann a High-School-Schüler*in wirklich was Neues in da Mathe entdecken?
Es passiert – wenn aa selten. Häufiger is, dass bekannte Ideen neu entdeckt werden, oder dass Brücken zwischen Mathe-Levels baut werden, die im Unterricht normal ned zammkumman.- Was kann i persönlich aus dem ganzen Wirbel mitnehmen?
Nimm’s als Erlaubnis, des Glernte zu hinterfragen: Annahmen erkennen, Grenzen testen und akzeptieren, dass sogar stabile Regeln nur unter bestimmten Bedingungen gelten. Des hilft weit über Geometrie hinaus.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen