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Was, wenn Homeoffice dich trotz aller Behauptungen der Angestellten eigentlich weniger produktiv macht?

Zwei Personen am Tisch, diskutieren Dokumente, mit Laptop, Uhr und Kopfhörer im Hintergrund.

8:42 Uhr. Dei Laptop is am Küchentisch aufg’klappt, neben dir steht a halbvoller Kaffee, der scho kalt wird, und a Schüsserl mit Müsli, das an de Ränder pickt wie Zement. Am Bildschirm pingt Teams, im Hintergrund brummt d’Waschmaschin, und in deinem Kopf jonglierst eh scho mit drei Tabs, zwoa Slack-Threads und dem diffusen schlechten G’fühl, dass du des Mail von gestern no immer ned beantwortet host. Du bist „in da Arbeit“, technisch g’sehn. Und trotzdem host grad 15 Minuten damit verbracht, d’Besteckschublad umzusortiern, nur damitst ned ins Postfach reinschaun musst.

Homeoffice hätt Freiheit sein soll’n. Ka Pendeln, ka Großraumbüro-Lärm, ka Kollege, der dir dauernd über d’Schulter schaut. Nur du, dei Aufgaben, dei Fokus.

Warum fühlt si’s dann manchmal an wie a langsamer, unsichtbarer Produktivitätsabfluss, den ma einfach ned zugeben will?

Wenn Remote-Arbeit still und leise die Messlatte senkt

Red mit fast jeder Person, die remote arbeitet, und du hörst den gleichen Satz: „I bring daheim so vü mehr weiter.“ Und manchmal stimmt des a – vor allem an Tagen ohne Meetings, wenn’s rundum ruhig wird und du auf ana langen Konzentrationswelle mitreitest. Aber schau da deine eigene Woche an und zähl die kleinen Lecks.

Die späten Starts. Des zufällige Instagram-Scrollen zwischen Calls. Des „I falte gschwind d’Wäsch, während die Datei ladet“ – und auf amoi richtest den ganzen Kasten neu ein. Am Papier host acht Stunden g’arbeitet. In Wirklichkeit san die Stunden voller Mikro-Ablenkungen, die ka Zutrittssystem je erfassen wird.

A Manager, den i letztes Jahr interviewt hab, hat a komisches Muster g’schildert: Sein Remote-Team hat in den Slack-Standups ständig „super produktiver Tag“ g’meldet … während Deadlines um an Tag da, zwoa Tage dort verrutscht san. Ka Katastrophe – nur a konstantes Nachhinken, wie a Lied, des minimal neben dem Beat is.

Wie er dann endlich in die Kalender g’schaut hat, hat er riesige Blöcke mit „Deep Work“ g’funden, die in der Praxis a Mischung aus Admin-Zeug, Ratschen und ständigem Kontextwechsel g’wesen san. Des Team hat ehrlich glaubt, sie san auf Vollgas. Die Zahlen ham a andere G’schicht erzählt.

Ma verwechselt oft „weniger Stress spüren“ mit „effektiver sein“ – und Remote-Arbeit is a Meisterin darin, die Grenz verschwimmen zu lassen.

A Teil vom Problem: Im Büro hat’s automatisch an Rhythmus geben. Du kummst an, loggst di ein, Leit sehn di, Meetings zahn di herum. Ned immer effizient, aber es hat Leitplanken geben. Daheim schmelzen die Leitplanken weg. Du bist dei eigene Zeitwächter, dei eigener Chef, dei eigenes HR, dei eigene Rezeption.

Des Maß an Autonomie klingt herrlich. Und trotzdem verschiebt’s bei vielen still und leise den Standard von „Was hab i wirklich produziert?“ zu „Wie fertig bin i?“ Solangst um 18 Uhr drainiert bist, glaubst, du host da dein Tag verdient.

Dassd di daheim busy fühlst, is ka Beweis, dassd guat performst.

Fokus zurückholen, wenn dein Büro eigentlich dei Sofa is

A ganz konkrete Art, um zu testen, ob Remote-Arbeit für di wirklich funktioniert, is brutal simpel: Track eine Woche lang Outputs statt Stunden. Nimm a Notizbuch oder a simples Doc und schreib Tag für Tag auf, was du wirklich fertig gmacht host. Ned ang’fangen. Ned besprochen. Fertig.

Dann schreib neben jeden fertigen Punkt ungefähr dazu, wie lang’s dauert hat – inklusive all der „kurzen Checks“ am Handy, die dann doch Minuten g’worden san. Sei ehrlich, auch wenn’s a bissl weh tut. Am End von der Woche frag di: „War des akzeptabel, wenn i meine eigene Firma hätt und ma mein eigenes Gehalt zahl’n müsst?“

Des kleine Umdenken kann wehtun. Es weckt aber die meisten recht schnell auf.

Viele Remote-Worker tappen in die gleiche weiche Falle: Sie strecken Aufgaben über den ganzen Tag, weil’s eh geht. Ka Zug, den ma erwischen muss. Ka Kollege, der bei der Tür steht mit am Blick à la „Gehst eh scho?“. Also rinnt die Arbeit in die Lücken. A Report, der um 10 Uhr beginnt, zieht si locker bis 15 Uhr – mit Pausen, die den Kopf eigentlich ned wirklich regenerieren.

Dann kommt das schlechte G’wissen, und du lasst beim Abendessen den Laptop offen, „nur um die eine Folie fertigzumachen“. Dein Tag fühlt si plötzlich länger an, dabei is er nur zerschnittener. Mir kennen’s alle: Du klappst um 21 Uhr zu und merkst, du warst den ganzen Tag online, ohne dassd bei dem einen wichtigen Punkt wirklich was weiterbracht host.

„Remote-Arbeit hat mein Team ned faul gmacht“, hat mir a HR-Direktorin g’sagt. „Sie hat’s nur leichter gmacht, dass ma verstecken kann, wenn wer eh scho am Abdriften is.“

Einsamkeit, verschwommene Grenzen, Müdigkeit – des mischt si zu am Cocktail, der di langsamer macht und da gleichzeitig einredt, es is eh alles passt.

Um dagegenzuhalten, nehmans manche mit ganz kleinen, fast ritualisierten Tools auf:

  • Eine Aufgabe vom Tag, auf Papier, eing’kreist, ned verhandelbar
  • Zwoa g’zeitete Fokus-Blöcke: 45 Minuten, Handy in an andern Raum
  • Eine fixe Log-off-Zeit, respektiert wie a Zugabfahrt
  • Ein fixer Platz daheim, wo „Arbeits-Hirn“ erlaubt is – und sonst nirgends
  • A wöchentlicher Check: „Was hab i fertig gmacht?“ statt „Wie müde bin i?“

Seien ma ehrlich: Ka Mensch macht des jeden einzelnen Tag. Aber die, die’s oft genug machen, fühlen si weniger, als ob’s in unsichtbaren Aufgaben ertrinken.

Neu überlegen, was „produktiv von daheim“ wirklich heißt

Es gibt a Frage, die viele Remote-Angestellte vermeiden, weil’s sich fast illoyal anfühlt: „Wenn mein Chef den ganzen Tag neben mir sitzen würd – würd i dann in dem Tempo arbeiten?“ Ned, um Druck zu machen, sondern um Illusionen wegzuräumen. Die Frage hat nix damit zu tun, ob du a guter oder schlechter Arbeiter bist. Es geht drum, dass dei Selbstbild zur Realität passt.

Manche performen daheim wirklich besser: weniger Unterbrechungen, mehr Kontrolle, tieferer Fokus. Andere rutschen langsam in a bequeme Unterlast, versteckt hinter langen Antwortzeiten und viel „I spring gschwind in an kurzen Call“. Beides kann si von innen gleich anfühlen: müde, beschäftigt, dauerhaft „on“.

Der Unterschied zeigt si erst, wennst trackst, was du wirklich lieferst.

Wenn dich des grad a bissl trifft, dann weil’s an was Sensibles rührt: Identität. Für viele is Remote-Arbeit a Beweis g’worden, dass ma verlässliche Erwachsene san, die si selber managen können. Zuzugeben, dass ma daheim manchmal weniger produktiv is, klingt wie a Niederlag.

Aber auf der andern Seit is Erleichterung. Wennst die Lecks siehst, kannst nachjustieren. Vielleicht gehst zwoamal die Woche ins Büro – ned als Strafe, sondern als Reset. Vielleicht blockst du die Vormittage für harte Arbeit und lasst Calls für den Nachmittag. Vielleicht akzeptierst, dass des Sofa für Netflix is und ned für PowerPoint.

Plötzlich is Remote-Arbeit nimmer Ideologie, sondern wieder a Werkzeug.

Die eigentliche Frage is ned: „Is Homeoffice guat oder schlecht?“ Die Debatte is ausg’lutscht. Die schärfere Frage lautet: „Unter welchen Bedingungen verstärkt Homeoffice meine Arbeit wirklich – statt sie weichzuspülen?“

Deine Antwort kann strengere Routinen, klarere Ziele oder ehrlichere Check-ins mit deiner Führungskraft beinhalten. Bei wem andern sind’s vielleicht Coworking-Spaces, Deep-Work-Vormittage oder tatsächlich a echte Mittagspause weg vom Bildschirm.

Der Mythos, dass Remote-Arbeit automatisch a Produktivitäts-Booster is, verblasst. Was bleibt, is anspruchsvoller, aber a freier: die Chance, a Arbeitsleben zu designen, das si ned nur bequem anfühlt … sondern wirklich liefert.

Key point Detail Value for the reader
Output statt Stunden Track, wasd wirklich fertig machst, ned wie langst online sitzst Gibt a klares, ehrliches Bild von deiner echten Produktivität
Einfache Rituale daheim Kleine Gewohnheiten wie Fokus-Blöcke, fixe Log-off-Zeit und a definierter Arbeitsplatz Reduziert Ablenkung und bringt mentale Grenzen zurück
Persönliche Bedingungen für Remote-Erfolg Finde heraus, wann und wo du wirklich am besten performst – ned nur, wo’s bequem is Hilft dir, a Setup zu verhandeln, das deine Ergebnisse tatsächlich verbessert

FAQ:

  • Woran merk i, ob i daheim wirklich weniger produktiv bin? Vergleiche a Woche remote und a Woche im Büro, indemst nur fertige Tasks auflistest. Wenn dein Output daheim sinkt, während deine Müdigkeit gleich bleibt oder steigt, is des a Hinweis.
  • Mein Manager glaubt, i bin remote weniger produktiv, aber i seh des anders. Was kann i tun? Bring Daten. Track für an Monat erledigte Tasks, Reaktionszeiten und Projekt-Meilensteine und teil’s. A ruhiges, zahlenbasiertes Gespräch überzeugt mehr als G’fühle.
  • Werden alle daheim leichter abg’lenkt? Ned alle, aber viele. Daheim gibt’s mehr persönliche Trigger: Haushalt, Kinder, Social Media, Bequemlichkeit. Der Schlüssel is ned null Ablenkung, sondern weniger und kürzere Ablenkungs-Schleifen.
  • Is zurück ins Büro die einzige Lösung? Na. Du kannst hybride Tage probieren, Coworking-Spaces oder strengere Routinen daheim. Es geht ned ums Büro an sich, sondern um a Umgebung, in derst wirklich fokussieren und liefern kannst.
  • Was, wenn i zu komischen Zeiten besser arbeit, z. B. spät in da Nacht? Wenn’s dein Job zulässt und dein Output passt, kann des funktionieren. Das Risiko is schleichender Burnout durch dauernde „always-on“-Abende – schütz deine Erholung genauso sorgfältig wie deine Flexibilität.

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